Exkursionen 2005


Vogelexkursion am 6.März im Dämmelwald
Trotz kaltem Wetter konnten folgende Vögel beobachtet werden:
Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Buntspecht, Mittelspecht, Grünspecht, Kleiber, Rabenkrähe, Amsel, Schwanzmeise, Buchfink, Grünfink, Wacholderdrossel, Star.
Vogelliste aller Exkursionen in Wiesloch

Vogelexkursion am 9.April im Norden von Wiesloch
Bei der Vogelstimmenwanderung am 9. April am Wilhelmsberg und auf dem Obstlehrpfad konnten folgende Vögel beobachtet werden:
Zilpzalp, Kohlmeise, Blaumeise, Rabenkrähe, Elster, Eichelhäher, Grünspecht, Buntspecht, Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Goldammer, Sommergoldhähnchen, Girlitz, Grünling, Buchfink, Mönchsgrasmücke, Kleiber, Star, Bachstelze, Hausrotschwanz und Ringeltaube.
Hier findet sich die Liste aller Vogelbeobachtungen bei Exkursionen in Wiesloch.

Vogelexkursion am 23.April im Umland von Baiertal
Bei der Vogelstimmenwanderung am 23. April im Umland von Baiertal konnten folgende Vögel beobachtet werden:
Amsel, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Zilpzalp, Kohlmeise, Blaumeise, Rabenkrähe, Mäusebussard, Eichelhäher, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Goldammer, Girlitz, Grünling, Buchfink, Mönchsgrasmücke, Ringeltaube, Türkentaube, Fitis, Turmfalke, Schwanzmeise, Wendehals(!) , Feldlerche, Haussperling, Feldsperling und Rauchschwalbe.
Außer Vögeln haben wir u.a. noch das große Zweiblatt und die Käppchenmorchel entdeckt.
Hier findet sich die Liste aller Vogelbeobachtungen bei Exkursionen in Wiesloch.

Vogelexkursion am 8.Mai auf der äußeren Helde
Bei der Nachtigallenwanderung auf der äußeren Helde konnten folgende Vögel beobachtet werden:
Rabenkrähe, Eichelhäher, Elster, Amsel, Hausrotschwanz, Haussperling, Grünling, Girlitz, Buchfink, Goldammer, Ringeltaube, Türkentaube, Graureiher, Mäusebussard, Grünspecht, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Heckenbraunelle, Goldammer, Zilpzalp, Kohlmeise, Blaumeise, Star und natürlich die Nachtigall.
Hier findet sich die Liste aller Vogelbeobachtungen bei Exkursionen in Wiesloch.

Exkursion in die Tongrube am 3. Juni
Trittspuren von Rehen und Wildschweinen. Exkursion in die Wieslocher Tongrube Gesang von Mönchgrasmücke, Teichrohrsänger, Goldammer - unterbrochen von lautem Froschkonzert. Die leuchtende Blüte von Wiesenbocksbart, Lichtnelke und die riesigen Rosetten der Königskerze. Was hier nach Naturschutzgebiet klingt, erlebten die rund 40 Teilnehmenden am 3. Juni während der Exkursion auf die Wieslocher Erd- und Bauschuttdeponie. Die AVR bot die Möglichkeit einer NABU Exkursion durch das Öffnen des Geländes für diese Stunden. Zwei Mitarbeiter der AVR gaben lebendige Informationen über die Geschichte und den Aufbau der Deponie. Frau Stein, Leiterin des Umweltamtes der Stadt Wiesloch erläuterte zudem den interessierten Bürgern die Tier- und Pflanzenarten in den extensiv gepflegten Wiesen, Teichen und Trockenstandorten, die heute zum Bestand der "Tongrube" gehören.
Die ehemalige Tongrube in Wiesloch wird seit 1991 als "Erdaushub- und Bauschuttdeponie" genutzt. Von den 28 ha Gesamtfläche der "Tongrube" entfallen ca. 7 ha auf sogenannte "Ausgleichsfläche", die der Natur zugute kommen soll. Um diese Ausgleichsfläche optimal erhalten und pflegen zu können, treffen sich ein Mal jährlich die Verantwortlichen der AVR, das Umweltamt der Stadt Wiesloch und der NABU Wiesloch zu einer Begehung des Geländes. Dort werden die Pflegepläne für das kommende Jahr besprochen.
Was wird hier deponiert? Der Restmüll (graue Tonne) aus dem Rhein-Neckar-Kreis, Mannheim, Heidelberg und aus Karlsruhe wird in der Mannheimer Verbrennnungsanlage komplett verbrannt. Die gesamte Schlacke, die hierbei zurückbleibt, wird aufbereitet. Das daraus anfallende, nicht wieder zu verwendende sog. Überkorn wird neben Erdaushub und Bauschutt in Wiesloch auf der Deponie abgelagert. Diese Deponie wurde nach den aktuellsten Standards gebaut (Multibarrierensystem, Sickerwasserrohrsystem mit begehbarem Stollen etc.), aber ganz unproblematisch ist und wird unser Abfall nie sein. Wie Frau Deschner von der AVR richtig sagt: "Man kann viel über Deponien diskutieren, aber die 8000 Tonnen Abfall im Jahr, die hier angeliefert werden, sind nicht wegzudiskutieren." Sie sind Realität und nur durch Abfallvermeidung zu reduzieren. Und diese Abfallvermeidung fängt bei jedem Bürger im Einkaufskorb an!


Fledermausexkursion in Baiertal am 17. Juni
Die erste Fledermaus-Exkursion des NABU Wiesloch 2005 führte nach Baiertal. Am Freitag, 17.06. Abend traf sich eine Gruppe sehr interessierter Bürger aus Baiertal und Umgebung, um im Rahmen des Agenda-21-Projektes „Fledermäuse in Wiesloch“ mehr über die Lebensweise dieser Säugetiergruppe zu erfahren. Auch gab es reichlich Gelegenheit, die Tiere bei ihren abendlichen Flügen mit „Ultraschall-Detektoren“ zu belauschen. Herr Dipl. Biologe Hans Joachim Fischer, der in den vergangenen Jahren schon einige solche Exkursionen führte, konnte die Fragen der Bürger beantworten und den langen Juni-Abend bis zur Dämmerung interessant gestalten.
Fledermäuse lieben die in Baiertal so zahlreichen Gärten und Baumgruppen und den Bach. Drei Fledermausarten, Zwergfledermaus, Abendsegler und Breitflügelfledermaus konnten an diesem Abend belauscht werden. Dass Fledermäuse sich bei Mondlicht gerne zurückziehen war zu beobachten und für viele neu. Die Information, dass Fledermausweibchen ihre ein bis zwei Jungen in einem gewissen Alter auf ihre nächtlichen Flüge mitnehmen, war eine der Informationen, die die Fantasie anregte. (Wirkte die eine Fledermaus heute nicht etwas schwerfällig?) Die Teilnehmer hatten fast alle schon früher diese nachtaktiven Säugetiere beobachtet und berichteten von ihren Beobachtungen.

Zu einer weiteren Fledermaus-Exkursion lädt der NABU in diesem Jahr am 22.07. um 20:30 Uhr in Wiesloch ein. Treffpunkt im Berufsschulzentrum vor der Louise-Otto-Peters-Schule. Anschließend für Interessierte gemütlicher Ausklang in Boch’s Biergarten (Stadion).

Fahrradtour ins Naturschutzgebiet Hochholz-Kapellenbruch am 10. Juli
Schilfbewachsene Gräben mit Posthornschnecken und Wasserskorpionen, feuchte Wiesen mit Mädesüß und Störchen, dschungelartige Auwälder, trockene Sandrücken mit insektenaufspießenden Neuntötern und Ödlandschrecken,... - eine Beschreibung eines Natururlaubsorts? Ja, aber ein Urlaubsort direkt vor der Wieslocher Haustüre!
Auf einer NABU-Exkursion am 10. Juli erkundeten 30 Kinder und Erwachsene das Naturschutzgebiet Hochholz-Kapellenbruch südlich von Frauenweiler unter der Leitung von Dr. Brigitta Martens-Aly und Guido Waldmann. Mit Ferngläsern konnte eine Graureiher-Kinderstube beobachtet werden. Die Gruppe entdeckte sogar ein Hirschkäfergeweih! Der Hirschkäfer ist als eine von 3 bedrohten Arten mit dafür verantwortlich, dass das Gebiet Hochholz-Kapellenbruch, das Teile der Gemarkungen Malsch, Rauenberg, Stadt Wiesloch, Stadt Sankt Leon-Rot umfasst, als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) sogar von europäischer Bedeutung ist.

Hier eine Liste der Beobachtungen:
Pflanzen:
Gelbe Wiesenraute, Mädesüß, Blutweiderich, Iris, Igelkolben, Binsen, Wasserlinse, Gilbweiderich, Wasserschwaden, Kopfnelke, Froschlöffel, Seggen, Waldziest, Wasserstern, Wasserfeder, Nesselblättrige Glockenblume, Hopfen, Krötenbinse, Fetthenne, Waldwachtelweizen, Rossminze, Königskerze, Sumpfdiestel, Erle, Esche, Eiche, Ulme, Buche, ...
Tiere:
Bernsteinschnecke, Wasserskorpion, gekielte Posthornschnecke, Wasserfloh, Steinfliegenlarve, Schlammschnecke, Wolfsspinne, Feldwespe, Ameisen am Ameisenhaufen, Hischkäfer (Geweih), Mauersegler (wie schlafen Mauersegler?), Neuntöter, Ödlandschrecke, Storch, Graureiher, Gartengrasmücke, Sumpfrohrsänger, Feldlerche, Goldammer, Zaunkönig, Haubentaucher, Buchfink, ...

Hochholz-Kapellenbruch - Vor dem Start Hochholz-Kapellenbruch - Am Gewässerstreifen Hochholz-Kapellenbruch -Gewässerstreifen 2 Hochholz-Kapellenbruch - Im Auwald Hochholz-Kapellenbruch - Auf dem Kiesrücken Hochholz-Kapellenbruch - markante Eiche Hochholz-Kapellenbruch - Ulme Hochholz-Kapellenbruch - Ameisenhaufen Storch Storch Storch


Fledermausexkursion in Wiesloch am 22. Juli
(km) Schon im dritten Jahr arbeitet der Naturschutzbund Wiesloch (NABU) im Rahmen der Agenda 21 an einem Fledermaus-Projekt und bietet in der Sommerzeit öffentliche Führungen an. Wie der Projekt-Leiter Dipl.Biol. Hans-Joachim Fischer mitteilt, sind diese Führungen gekoppelt mit einer Kartierung der Fledermaus-Bestände in Wiesloch. Das Ziel ist der Schutz dieser wertvollen, gefährdeten Säugetiere. Bis auf zwei Arten stehen alle der in Deutschland nachgewiesenen Fledermausarten auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Vielerorts werden aber gedankenlos ihre Schlaf- und Überwinterungs-Quartiere (alte Bäume, Dachstühle mit Einflugmöglichkeit etc.) zerstört, ihre Jagdgebiete verändert und ihr Nahrungsangebot verringert. Um den Mangel an Fledermaus-Quartieren ein wenig auszugleichen, baut die Beschäftigungsinitiative Wiesloch und Umgebung e.V. (BIWU) Fledermaus-Kästen. Fünfzehn dieser Kästen konnte der NABU als Spende anlässlich einer Führung am 22. Juli entgegennehmen. Herr Michael Weimar (Vorstand der BIWU) erläuterte das Engagement dieser Wieslocher Initiative für die (Wieder-) Eingliederung von Mitbürgern ins Arbeitsleben und gab seiner Freude Ausdruck, mit diesen Fledermauskästen zudem dem Naturschutz gedient zu haben und bot auch künftig Unterstützung, etwa beim Aufhängen der Kästen, an. Nach einem informativen Vortrag von Herrn Diplom-Biologen Hans-Joachim Fischer, hatten die interessierten Bürger einmal wieder die Möglichkeit, auch mit Hilfe von Fledermaus-Detektoren, diese nachtaktiven Tiere zu beobachten. Wie die Fledermaus-Experten des NABU Wiesloch berichteten, haben gerade Fledermausmütter zur Zeit allerhand zu tun. Ihre vor wenigen Wochen geborenen Jungen benötigen für ihr schnelles Wachstum eine Menge Muttermilch. Die Muttertiere kehren abends bereits nach zwei bis drei Stunden von der Jagd zum Säugen in die Wochenstuben zurück, um dann erneut in die Nacht aufzubrechen. Erfreulicherweise behindert die derzeitige Witterung weder ein häufiges Ausfliegen, noch gefährdet sie den Nachwuchs mit Kälteeinbrüchen. Fledermausväter beteiligen sich nicht an der Jungenaufzucht. Sie bewohnen in Junggesellengruppen ihre Sommerquartiere und sind nur mit dem Jagen beschäftigt. Der Nachwuchs erhält Unterricht im Jagen und Orientieren. Da sind z.B. kurz vor Sonnenuntergang die Großen Abendsegler in schnellem, großräumigen Flug am freien Himmel weit über den Baumwipfeln, Wiesen und Gewässern, oder kurz nach Sonnenuntergang die Zwergfledermäuse an Waldrändern, in Parks, um Straßenlaternen oder in Gärten. Erst in der Dunkelheit fliegen die Wasserfledermäuse los, um dicht über der Wasseroberfläche von Teichen und ruhigen Fließgewässern zu jagen. Auch die richtige Frequenz und der passende Einsatz der Echoortung müssen von den Jungtieren notfalls mit Hilfestellung ihrer Mütter erst erlernt werden. Sind sie aber gegen Ende August endlich entwöhnt und vollständig auf feste Nahrung eingestellt, sind Fledermäuse für uns Menschen sehr effektive Nützlinge. Diese kleinen Säugetiere fressen jede Nacht eine Insektenmenge, die etwa ein Drittel bis zur Hälfte ihres eigenen Körpergewichts entspricht. Bei der Wasserfledermaus können das z.B. mehr als 2000 Zuckmücken pro Nacht sein. Auf dem Speiseplan der verschiedenen Nachtjäger stehen außer Fliegen und Mücken auch Tag- und Nachtfalter, Spinnen, Käfer, Hundertfüßler und sogar kleinen Fische. Als solch eifrige Nützlinge haben sie unsere Hilfe verdient. Sollten Sie eine Fledermaus in Not finden, so stehen ihnen die Fledermausbeauftragte Brigitte Heinz unter 06221/182631 oder privat 06223/72396 sowie der NABU-Projektleiter Hans-Joachim Fischer unter 0175-2636999 jederzeit zur Verfügung. Meldungen von Quartieren nimmt Susanne Bahr vom NABU Wiesloch unter 06222/50285 entgegen. Wer im privaten Bereich etwas für den Fledermaus-Schutz tun möchte, kann einen Fledermaus-Kasten zum Preis von 10,50 Euro bei der BIWU käuflich erwerben. Die BIWU e.V. wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, Arbeitslosen Mitbürgern bei der (Wieder-) Eingliederung in das Arbeitsleben zu helfen. Betroffene werden in verschiedenen Projekten beschäftigt, qualifiziert und sozialpädagogisch betreut. Die BIWU arbeitet im Verkauf, Restaurierung und Reparatur von Möbeln, erledigt nach Auftrag Haus- und Gartenarbeiten sowie Umzüge und Entrümpelungen. Annahme von gebrauchten Möbeln und Anfordern von Diensten können telefonisch unter 06222/389866, per EMail unter mail@biwu.de oder persönlich in der Römerstr.16 vereinbart werden. Die Öffnungszeiten sind Mo-Do von 8-12 Uhr und von 13-16 Uhr, Fr von 8-12 Uhr.

Exkursion im Heidelberger Wald am 3. Oktober
Unter dem Leitthema "Ökologische Landnutzung" lud der NABU 2005 bereits zu einem Vortrag und zu einer Exkursionen in einen Weinberg ein. Zum Thema "Waldbewirtschaftung naturnah" erlebten nun am 3. Oktober interessierte Bürger einen Nachmittag im Heidelberger Stadtwald unter der kenntnisreichen und lebendigen Führung durch Herrn Bruno Gabel, Revierförster im Stadtwald Heidelberg.
Wie Gabel mit Stolz berichtete, wird naturnahe Waldwirtschaft im Heidelberger Stadtwald konsequent seit 1993 betrieben. Heute ist der Heidelberger Wald sowohl FSC als auch PEFC-zertifiziert, Teile dieses Waldes bilden darüber hinaus den größten Schonwald in Baden-Württemberg.

"Unser Holzverbrauch (Möbel, Papier etc.) in Deutschland ist enorm und wir stehen weltweit an 3. Stelle der Holz einführenden Länder" so Gabel. Woran können wir Verbraucher erkennen, dass z.B. das Holz des Möbelstücks, was wir kaufen wollen, nicht aus Raubbau der letzten Urwälder stammt, sondern naturverträglich erzeugt wurde? Dabei helfen Zertifikate, inbesondere das FSC-Siegel. Der gerade erschienene Harry Potter-Band wurde beispielsweise auf Wunsch der Autorin auf Papier aus FSC-Wäldern gedruckt.

Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die weltweit von Umweltorganisationen, Gewerkschaften, Interessensvertretern indigener Völker sowie zahlreichen Unternehmen aus der Forst- und Holzwirtschaft unterstützt wird. FSC erlaubt die Vermarktung von Produkten aus geprüften Betrieben unter einem international anerkannten Gütesiegel. Zu den Kriterien von FSC gehört die Nutzung natürlicher Prozesse, die Bereitschaft, Teilflächen des Betriebs aus der Nutzung auszuklammern, der Erhalt abgestorbener Bäume als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie der Verzicht auf Kahlschläge. Das "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" (PEFC) von 1998 hat ähnliche Ziele und konzentriert sich mehr auf Europa.
"Im Heidelberger Stadtwald wird grundsätzlich auf Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet", so Gabel. Zur Vermeidung der Ausbreitung des Borkenkäfers beispielsweise wird befallenes Holz schnell aus dem Wald entfernt oder gleich nach dem Fällen entrindet, so der Revierförster. Wie komplex die Entscheidungsprozesse beim Aufbau eines stabilen und auch wirtschaftlich ertragreichen Baumbestands sind, wurde den Teilnehmenden deutlich bei einem Spiel, das sie selbst in die Lage eines Revierförsters versetzte.

Ein bereits bestehendes Totholzkonzept des Heidelberger Waldes wurde aufgrund der Zertifizierung in Karten gefasst und festgelegt. Der Totholzanteil beträgt gemäß FSC-Richtlinie 10%. Von Tierarten, wie dem Schwarzspecht, die auf Totholz angewiesen sind, wurde bereits eine anwachsende Artenzahl festgestellt. Um Unfälle von Spaziergängern zu vermeiden, wird auf einen Fußwegeabstand von 35 m geachtet. Wie der Revierförster weiter berichtet, gibt es in Zusammenarbeit mit der Koordinatorin für den Fledermausschutz, Brigitte Heinz, ein umfassendes Fledermausschutzkonzept für "seinen" Wald.

Begeistert von diesem spannenden und informativen Ausflug in die Welt des Waldes, können sich die Teilnehmer und alle weiteren Interessierten auf den nächsten NABU-Ausflug "Bio-Äpfel aus Wiesloch" freuen. Treffpunkt: Samstag, 15.Oktober um 15 Uhr auf dem Aussiedlerhof Filsinger in Baiertal, Klingenbruchstrasse.

Bioäpfel aus Baiertal
Zahlreiche interessierte Wieslocher folgten der Einladung des NABU und kamen bei sonnigem Herbstwetter am 15. Oktober zur Hofbesichtigung der Familie Filsinger nach Baiertal.
Die "Obstwiesen Filsinger" sind nun schon seit 45 Jahren für ihre Äpfel und Säfte bekannt. In diesem Jahr aber können sie zum ersten Mal drei Apfelsorten aus kontrolliert biologischem Anbau anbieten. Wie Betriebsleiter Jochen Filsinger erläuterte, wurde die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung nach EG-Richtlinie bisher nur auf einem Hektar, einem kleinen Teil des Betriebs vorgenommen. Eine komplette Umstellung des Betriebes sei zwar beabsichtigt, nur müsse man aus wirtschaftlichen Gründen abwarten, ob die Kundschaft den notwendig erhöhten Preis und das andere Sortenspektrum des Bio-Obstes akzeptiere und sich so die Ausweitung des Bio-Anbaus auch wirtschaftlich trage.
Auf den "Obstwiesen Filsinger" werden insgesamt zwölf Apfelsorten angebaut, davon drei biologisch: Santana, Topaz und Goldrush. Diese Sorten wurden wegen ihrer Unempfindlichkeit gegen die Pilzkrankheit Schorf ausgewählt. Die süßen Früchte der späten Sorte Goldrush konnten noch am Baum bewundert werden, sie werden erst in 1-2 Wochen geerntet. Wie in den konventionellen Obstplantagen sind es hier "Spindelbäume" die das Pflücken ohne Leiter erlauben.
Was wird im Bio-Anbau gegen Pilz, Würmer und "Unkraut" unternommen? Das Wildkraut am Fuss der Bäume wird durch Hacken des Bodens maschinell entfernt, zwischen den Baumreihen befindet sich ein Rasenstreifen, der regelmäßig gemäht wird. Vor Pilzkrankheiten schützen vorbeugend der weite Stand und gute Durchlüftung sowie Anpassung der Sorten an das lokale Klima. Es dürfen bei Befall aber auch Mittel wie Schwefel, Kali-Seife und begrenzt Kupfer eingesetzt werden. Gegen den Wurmbefall wird mit der "Verwirrmethode" gearbeitet. Die mit Sexuallockstoffen gefüllten Döschen hängen in den Bäumen und bewirken, dass die ganze Apfelanlage nach weiblichen Schmetterlingen duftet. Die männlichen Schmetterlinge können so ihre Weibchen nicht finden, und die Eiablage an den Äpfeln wird verhindert. Als letztes Mittel in besonderen Fällen sind auch Gifte pflanzlicher Herkunft (Neem, Pyrethrum) erlaubt, die sich schnell wieder in der Umwelt zersetzen. Eingesetzt werden diese aber nicht gerne, da sie auch die Nützlinge wie Schwebfliegen, Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen schädigen, auf die die biologische Landwirtschaft aber angewiesen ist.
Nach der Besichtigung der Sortieranlage und des Kühlhauses gab es Kostproben der verschiedenen Apfelsorten und es wurde gerne die Gelegenheit wahrgenommen, im Hofladen frische Äpfel und Apfelsaft zu erwerben.