Veranstaltungen 2006


Vogelexkursion am 5.März im Dämmelwald
Der Dämmelwald: Eine Wieslocher Oase für Mensch und Natur
Am 5. März fand, wie auch schon in den letzten 3 Jahren, die Auftaktexkursion des NABU Wiesloch im Dämmelwald statt. Die rund 20 Exkursionsteilnehmer ließen sich nicht vom winterlichen Wetter abschrecken, und im Dämmelwald ist zu jeder Jahreszeit und Witterung etwas geboten:
Neben den üblichen, recht zuverlässigen‚ 'Spaziergangsbegleitern' (u.a. verschiedene Meisen, Kleiber, Spechte) konnte ein Gartenbaumläufer beobachtet werden, wie er einen Fichtenstamm absuchte, und sogar ein über dem Wald kreisender Sperber hatte einen Auftritt.
Die knorrigen Eichenkronen sind im Winter besonders eindrucksvoll, und die Höhlen und Spechtlöcher sind jetzt ebenfalls gut sichtbar.
Die Gruppe bewunderte einige alte Baumgestalten und ihre unterschiedlichen Wuchsformen und Rindenstrukturen. Alle waren sich einig, daß die alten Bäume im Dämmel nicht nur als Angebot von Nahrung und Lebensraum für Tiere, sondern auch als Augenweide für die Wieslocher Bürger von unschätzbarem Wert sind.
In diesem Zusammenhang fragten einige Besucher, was es mit den Fällungen dicker Bäume auf sich hat, die in den letzten Wochen stattgefunden haben. Der NABU Wiesloch erklärte, daß er sich deswegen zur Zeit in Diskussion mit der Stadtverwaltung und dem Forst befindet und sich für den Erhalt der alten Bäume, insbesondere der alten Eichen, einsetzt. Gerade diese spielen nämlich eine wichtige Rolle für etliche Tierarten, u.a. besonders geschützte Arten wie den Mittelspecht oder auch den ‚großen Eichenbock' (Heldbock, Cerambyx Cerdo), mit ca. 5 cm Körperlänge einer der größten Käfer Mitteleuropas. Die Exkursionsleiter zeigten 2 alte Heldbocklöcher in einem Eichenstamm und erklärten, daß die Chancen, lebende Heldböcke zu finden, in Frühsommernächten besonders groß sind, da die Tiere nachtaktiv sind.

Die beobachteten Vögel im einzelnen:
Kohlmeise, Blaumeise, Buntspecht, Grünspecht, Gartenbaumläufer, Kleiber, Sperber, Rabenkrähe, Amsel, Star.
Siehe auch Vogelliste aller Exkursionen in Wiesloch

Exkursion in den Talwiesen
Am 25. März fand die 2. Vogelexkursion des NABU Wiesloch in diesem Jahr statt. Trotz Regen machte sich der warme Wetterumschwung auch bei den Vögeln bemerkbar. Es konnten folgende Vögel beobachtet werden: Amsel, Grünling, Zaunkönig (viele!), Rotkehlchen, Goldammer, Singdrossel, Blaumeise, Kohlmeise, Kleiber, Rabenkrähe, Star, Ringeltaube, Zilpzalp, Buchfink, Hausspatz, Grünspecht, ein Trupp von ziehenden Kormoranen. Siehe auch Vogelliste aller Exkursionen in Wiesloch

Trotz Zecken Natur genießen
Am 4. April fand zu diesem Thema ein Vortrag von Dr. med B. Musselmann statt.
Wie beuge ich Zeckenstichen vor? Wie erkenne ich sie? Was soll ich tun, wenn ich eine Zecke am Körper entdecke? Diese Fragen bewegen viele Menschen, vor allem in Süddeutschland. Menschen, die sich viel in freier Natur bewegen, sei es auch "nur" im eigenen Garten kennen das Problem. Es juckt, ich schaue und sehe ein sehr kleines schwarzes Tier kopfüber in meiner Haut stecken. Eine Zecke. Was tun? Zu diesem wichtigen Thema konnte der NABU Wiesloch Dr. med. B. Musselmann, praktizierender Arzt für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Naturheilverfahren und Umweltmedizin, als kompetenten Referenten gewinnen. "Wiegen Sie sich nicht in trügerischer Sicherheit, wenn Sie eine FSME Impfung erhalten haben!", damit eröffnete Dr. Musselmann den Vortragsabend vor einem interessierten Publikum. "Impfungen schützen nicht vor allen Krankheiten, die eine Zecke übertragen kann!", so Musselmann. Zecken können verschiedenste Krankheitskeime übertragen, so sind es die bekannteren FSME und Borrelien - unbekannter sind einige andere Keime. Auf dem Markt befindet sich lediglich Impfstoff gegen FSME. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Borreliose anzustecken, ist aber 100fach größer, als sich FSME einzufangen. Auf die Frage, ob er diese Impfung empfehle, machte er deutlich, dass das sehr von der Einzelperson abhängig ist. Kinder unter sechs Jahre empfehle er es grundsätzlich meist nicht, außer bei sehr hohem Ansteckungsrisiko, zumal die Erkrankung in diesem Alter eher leichter verläuft und die Impfung in jungen Jahren auch oft nicht gut vertragen wird. Erwachsenen rate er die Entscheidung für eine Impfung davon abhängig zu machen, wie groß das persönliche Risiko ist, mehrmals im Jahr von Zecken gestochen zu werden. Als beste Vorsorge gilt nach wie vor abendliches Duschen und Absuchen des Körpers. Meist nach einigen Stunden erst, wenn die Zecke einen oft warm-feuchten Platz am Körper gefunden hat, beisst sie und beginnt Blut zu saugen. Danach erst können die Keime, die die Zecke in sich trägt auf den Menschen übertragen werden. Da gilt es, diese Zecke möglichst frühzeitig zu entfernen. Das Ziehen der Zecken sollte mit einer Pinzette erfolgen, die möglichst nah am Kopf der Zecke angesetzt werden soll. Ein zügiges gerades Herausziehen sei da die wirkungsvollste Methode, so Musselmann, Sinnvoll ist es nun, sich die Stichstelle zu merken, oder mit einem Kugelschreiber zu markieren, so dass man mögliche Hautveränderungen feststellen kann. Denn ein mögliches und typisches Zeichen einer Borreliose ist die "Wanderröte". Nach Tagen, und manchmal erst nach Wochen bildet sich dabei ein großer roter Kreis um die Stichstelle - ein Grund zum Arzt zu gehen (dieses Warnzeichen fehlt jedoch bei etwa 15% der Borreliose-Infektionen)! Dem Arzt stehen verschiedene Labortests zur Blutuntersuchung zur Verfügung, deren Ergebnisse aber oftmals so wenig eindeutig sind, wie die äußeren Krankheitsbilder. Die möglichen Krankheitsbilder reichen angefangen von der Wanderröte über grippeähnliche Symptome und Gelenkschmerzen und -schwellungen bis hin zu halbseitigen Lähmungen. Frühzeitig sind Antibotika hier sehr wirkungsvoll. "In meiner ärztlichen Tätigkeit sind Antibiotika im Allgemeinen nicht so oft die erste Wahl - aber bei Borreliose kenne ich keine andere sinnvolle Möglichkeit", so Musselmann. Trotz Zecken Natur genießen - dazu rät Dr. Musselmann eindringlich. Der Schutz vor Borreliose, FSME & Co. kann und darf nicht darin bestehen, im Haus zu bleiben. Die Bewegung in der Natur ist für Körper und Geist zu wertvoll, als dass wir darauf verzichten dürfen. Geschlossene helle Kleidung, tägliches Absuchen des Körpers nach dem Duschen, rasches Entfernen der Zecken und Beobachten der Stichstellen über Wochen - das sind die Vorsorgemaßnahmen, die wir uns zur Gewohnheit machen sollten, wenn wir in Wald und Wiese unterwegs sind. Aber Panik ist unangemessen. Eine letzte der zahlreichen Fragen aus dem Publikum betraf die natürlichen Feinde dieser kleinen Spinnentiere. Ja, die gibt es tatsächlich. Unsere Singvögel ernähren sich unter anderem auch von Zecken. Ein Grund mehr, den Lebensraum unserer Vögel zu schützen! Auch ökologische Veränderungen, die teilweise der Mensch zu verantworten hat, können die Vermehrung der Zecken und ihre Durchseuchung mit Krankheitserregern begünstigen. Es lohnt sich gerade für die MedizinerIn, sich mit Themen der Ökologie auseinanderzusetzen und entsprechend zu handeln.

Exkursion zum Naturschutzgebiet Galgenberg
Es gab viel zu sehen... Am 8. April fand die 3. Vogelexkursion des NABU Wiesloch in diesem Jahr statt- diesmal bei strahlendem Frühlingswetter. Inzwischen sind schon einige Zugvögel eingetroffen. An Vögeln waren zu hören und zu sehen: Kohlmeise, Blaumeise, Haussperling, Grünfink, Türkentaube, Ringeltaube, Grünspecht, Buntspecht, sogar auch ein Schwarzspecht!, Heckenbraunelle, Rotkehlchen, Zaunkönig, Mönchsgrasmücke, Amsel, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Star, Zilpzalp, Buchfink, Eichelhäher, Rabenkrähe, Elster, Turmfalke, Goldammer, Kleiber, Fasan, Sommergoldhähnchen(?). Die frisch eingetroffenen Mönchsgrasmücken mit ihren Flötentönen gehörten definitiv zu den Stars des Vormittags. Ein weiteres Highlight war in der Quelle des Altenbachs zu finden: Neben Schlammfliegenlarven und Zuckmückenlarven waren dort Feuersalamanderlarven zu bewundern! Einen hübschen Anblick bot auch die Frühjahrs-Waldbodenvegetation mit blühenden Buschwindröschen, Bärlauch und sich entwickelnden Salomonsiegel-Pflanzen. Siehe auch Vogelliste aller Exkursionen in Wiesloch


Nachtigallen-Exkursion
Am 7.Mai fand die 4. Vogelexkursion des NABU Wiesloch in diesem Jahr statt. Die knapp 40 Teilnehmer wurden mit windigem aber gutem Wetter und hoher Nachtigallendichte belohnt: An über 20 Stellen konnte man Nachtigallen hören! Weitere Vogelarten, die wir an diesem Abend entdecken konnten:
Fasan, Ringeltaube, Kuckuck, Amsel, Hausrotschwanz, Nachtigall, Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke, Zilpzalp, Fitis, Elster, Rabenkrähe, Haussperling, Star, Blaumeise, Kohlmeise, Buchfink, Girlitz, Grünfink, Goldammer. Siehe auch Vogelliste aller Exkursionen in Wiesloch


Wiesenmahd - ein praktischer Kurs beim NABU Wiesloch Wie erhalte ich eine blütenbunte Wiese, an der nicht nur ich, sondern auch Schmetteringe und Hummeln Freude haben?
(gma) Diese Frage – und viele andere Fragen – wurden beim Mähkurs des NABU Wiesloch beantwortet. Als Referent war Dr. Christoph Aly vom Regierungspräsidium Karlsruhe gewonnen worden. Der lud eingangs zu einer ganz einfachen Wiesenbewertung ein: Sammeln der Blütenpflanzen, Erkennen und wenn möglich Benennen der Artenvielfalt. Über zwanzig Arten kamen in wenigen Minuten auf einer eher unscheinbaren Wiese zusammen und demonstrierten eindrucksvoll den verborgenen Artenreichtum dieses Lebensraums: bis zu 40 Pflanzenarten und Hunderte von Insektenarten können auch in einer kleinen Wiese zu Hause ein, in Tausenden von Exemplaren. Grund genug für den Naturschutzbund, sich aktiv für den Schutz der Wiesen einzusetzen.
Allgemein bekannt ist, dass Wiesen jedes Jahr gemäht werden müssen. Tut man das nicht, bildet sich erst ein dichter Grasfilz, dann entwickeln sich Brachen mit hohen, ausdauernden Stauden, danach Gebüsche und Wald: ohne das menschliche Wirken wäre Baden-Württemberg fast vollständig von Wald bedeckt. Wiesen sind Kulturlandschaft.
Der jährliche Schnitt erlaubt Licht und Feuchtigkeit, bis auf den Boden vorzudringen. Die Samen der Blütenpflanzen können keimen und heranwachsen, Heuschrecken und bodenbewohnende Kleintiere finden ausreichend sonnige und warme Lebensbedingungen. Dafür ist es sehr wichtig, dass das Schnittgut abgeräumt wird: unterlässt man dies, verhindert die Pflanzenmasse das Auskeimen der Samen und die Erwärmung des offenen Bodens, zweijährige Pflanzen bleiben aus, Heuschreckenlarven und Schmetterlingsraupen können sich nicht mehr erfolgreich entwickeln.
Vorgestellt wurden die unterschiedlichen Mähgeräte: Sense, Motorsense und Balkenmäher. Diese Geräte schneiden Gras und Blütenpflanzen ab und erlauben die Entfernung des Mähguts. Mulchgeräte dagegen zermahlen die Pflanzen (und alle auf ihnen sitzenden Tiere): der Boden wird abgedeckt, das Auskeimen der Blütenpflanzen ist behindert und die Wiese wird gedüngt, weil sich das Material zersetzt und die Nährstoffe an den Boden zurückgegeben werden. Die Folge ist eine Artenverarmung, weil Pflanzen, die unter stickstoff-armen Bedingungen besser wachsen verdrängt werden. Mulchgeräte und Rasenmäher gehören daher nicht zu den Geräten, mit denen eine Naturschutz-Wiese in ihrer Artenvielfalt erhalten werden kann.
Erprobt wurden die Alternativen: Mähen mit der Sense, der Motorsense und dem Balkenmäher. Demonstriert und geübt wurde das Wetzen der Sense mit dem Wetzstein. Das notwendige Dengeln der Sense wurde nicht demonstriert, aber als sehr wichtig betont: nur wer einen Landwirt kennt, der diese Kunst beherrscht, erlebt das Vergnügen des Arbeitens mit wirklich scharfem Gerät. Dr. Aly war in diesem Zusammenhang besonders dankbar, dass ihm Anton Schmidt aus Schatthausen extra für diesen Kurs die Sense gedengelt hatte.
Herrmann Waibel gab wichtige Hinweise zur Arbeitssicherheit mit den scharfen Geräten. Die von ihm gewarteten Geräte des NABU kamen zum Einsatz, als die Teillnehmer die Wiesenmahd selbst erprobten. Einstimmig zum „Sieger“ erklärt wurde die Kultursense, die mit ihrem kurzen Blatt relativ leicht zu führen ist. Weniger beliebt war die Motorsense (Benzinverbrauch, Radau, dafür aber Vorwärtskommen auch bei verfilztem Pflanzenmaterial und Gehölzaufwuchs). Der Balkenmäher ist wiederum sehr nützlich zur Mahd größerer Flächen, er erfordert allerdings auch einen höheren Aufwand für die Wartung.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) baut darauf, dass sich private und öffentliche Flurstücksbesitzer für die naturfreundliche Pflege ihrer Grundstücke entscheiden. In Wiesloch mäht der NABU seine Wiese beim Gräfelskreuz am Samstag, 22. Juli ab 8:00 Uhr am Gräfelskreuz (Treffpunkt zum Recheln: 9:00 Parkplatz Center Court am Dämmelwald) und im Naturschutzgebiet „Fuchsloch-Sauerwiesen“im September,Termin wird noch bekannt gegeben. Gäste bzw. Helfer sind herzlich willkommen! Weitere Info unter Telefonnummer 06222-73585


Ferienspaß 2006
Ferienspaß 2006 Beim diesjährigen Ferienspaß mit dem NABU gab es für 20 Kinder wieder viel zu entdecken. Im Naturschutzgebiet und im Wald wurden 4-6-8- und 1000-beinige Tiere gesucht und gefunden: Skorpionsfliegen, Langfühlerschrecken und Weinhähnchen - wer hat je davon gehört? Viel Spaß hatten die Kinder auch bei den Natur-Spielen. Nach der gemeinsamen Renovierung des "Waldsofas" freuten sich alle auf die Brezeln.

 

 

 

 

 


Erholung und Naturschutz - ein Konflikt?
(km) In den Dämmelwald lud der NABU Wiesloch mit dem Forst-Revierleiter Volker Böning am 23. September die Bevölkerung ein. Mit Herrn Böning im Dämmelwald Denkt man an Forstwirtschaft, liegen die Gedanken an gefällte Bäume und Holzverwertung nah. Die Stadt Wiesloch erkannte aber schon früh, dass der Dämmelwald für die Erholung der Bürger von großem Wert ist und legte schon 1963 ausdrücklich fest, dass die Erholung Vorrang vor der Holznutzung haben soll. Aus diesem Grund genießen wir Bürger heute unseren artenreichen Wald und schätzen vor allem die prächtigen alten Eichen und Buchen am Wegesrande. "Genau diese Bäume machen der Stadt als Eigentümerin aber zunehmend Sorgen", so Böning. "Wegesicherungspflicht" heisst das Wort, was in letzter Zeit immer häufiger fällt. Waren sich die Wald-Spaziergänger in früheren Zeiten durchaus bewusst, dass sie sich im Wald bei Wind oder gar Sturm gewisser Gefahren aussetzen, werden die Bürger zunehmend leichtsinniger und gehen dann vor Gericht, wenn ihnen ein Ast auf den Kopf fallen sollte. Um einem Schadensersatz vorzugreifen, und der "Wegesicherungspflicht" nachzukommen, werden geschwächte und absterbende Bäume auf einem Streifen von 30 m entlang der Wege gefällt.

Und genau das macht der NABU Ortsgruppe Wiesloch Sorgen, denn "gerade die alten Bäume sind die wertvollsten", so Simone Janas, Vorsitzende des NABU Wiesloch. Baumhöhlen, abgeplatzte Rinde, trockene Äste - all das bietet selten gewordenen Insekten und Vögeln wertvolle Lebensräume. "Auch tote Bäume sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel", so Janas. "Viele Jahrzehnte dauert es, bis eine abgestorbene Eiche zerfallen ist, viele Jahrzehnte lang ist sie noch ein Wohnort für selten gewordene Insektenarten und somit Nahrungsquelle für Vögel". Zugleich wird dieser Baum im Zerfall aber zunehmend zur Gefahrenquelle durch herabfallende Äste.

Erholung und Naturschutz - ein Konflikt, der nicht zu lösen ist?