Ferienspaß - NABU Wiesloch: Wir bauen ein Wildbienenhotel
Eifrig, mit großer Begeisterung und handwerklichem Geschick bauten etwa 50 Kinder verteilt auf zwei Aktionstage an der Fertigstellung eines Wildbienenhotels.
Das Grundgerüst von 2m Höhe und einer Länge von ca. 4m hatten einige Männer des NABU in Abende füllender Schwerstarbeit bereits errichtet. Nun galt es, den Wildbienen ihr künftiges Zuhause so attraktiv wie möglich zu gestalten.
Im Gegensatz zu den allseits bekannten Honigbienen bilden Wildbienen weder einen Staat, noch produzieren sie Honig. Dennoch sind sie für die Bestäubung der Pflanzen sehr wichtig. Im Gegensatz zu den Bienen und Wespen stechen sie nicht. Dafür besitzen sie einen Rüssel mit dem sie den Nektar aus den Blüten wie mit einem Strohhalm schlürfen können. Wildbienen leben einzeln und bauen für die Eier, die sie legen jeweils ein eigenes Nest. Dieses Kinderzimmer wird mit Nahrung ausgestattet, dem "Larvenbrot", einer Mischung aus Nektar und Pollen und wird zum Schluss verschlossen. Je nach Bienenart – es gibt bei uns ungefähr 500 (!) verschiedene Wildbienenarten – wird dieses Nest im Sand, oder in natürlichen Hohlräumen eingerichtet. Leider gibt es diese kaum noch bei uns, denn alte oder tote Bäume, in denen Vögel schon Löcher vorgebohrt haben, werden meist sehr schnell entfernt. Somit sind viele Arten unserer Wildbienen heute selten geworden.
Um ihnen ein neues Zuhause zu verschaffen, wurde zwei Tage lang von den Kindern gebohrt, gesägt, gehämmert, geflochten und gematscht….
Die Kinder wurden in kleine Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe baute an einem eigenen "Stockwerk". Eine Gruppe bohrte mit der Bohrmaschine Löcher in Baumscheiben aus Hartholz und in die Seitenteile des Wildbienenhauses und leistete die "zimmermännische" Vorarbeit für die anderen Gruppen. Die übrigen Kinder begaben sich mit den Betreuerinnen zunächst auf Materialsuche. Die einen suchten Schilf, und andere hohle Hölzer und hohle Stengel. Auch Holunder war geeignet, da die Wildbienen imstande sind das weiche Mark zu entfernen. Die Teilnehmer/innen schnitten die hohlen Stengel auf die gleiche Länge, bündelten sie, damit sie in die vorbereiteten Fächer geklemmt oder mit Lehm eingebaut werden konnten. Mauerbienen sind dankbare Nutzerinnen dieses Angebotes.
Ein anderer Teil der Kinder suchte Weidenruten. Sie errichteten mit den entblätterten Weidenruten und mit Lehm eine Art Fachwerk. Damit der Lehm besser hielt, bauten die Kinder mit den Ruten zunächst ein Flechtwerk, das dann mit Lehm bearbeitet wurde. In die Erde graben sich Sandbienen Gänge, in denen sie Kammern für ihre Bienenlarven einrichten. Sobald sie den Nesteingang mit einem Deckel aus Mörtel und Spucke wieder verschlossen hat, ist das Leben der Sandbiene zu Ende. Im Nest sind dann bereits die Larven geschlüpft. Im nächsten Frühjahr krabbeln sie als fertige Wildbienen aus dem Nest.
Arbeiten macht hungrig und so stürzten sich die Handwerker und Handwerkerinnen in den Pausen auf Brezel und Kuchen. Die starken Regenfälle, die am ersten Tag niederprasselten, taten der guten Stimmung keinen Abbruch. Die Gruppe, die zu der Zeit gerade auf Materialsuche war, konnte im Dämmelwald Schutz finden. Für den Großteil der Teilnehmer war es umso gemütlicher im großen Zelt.
Wer gerne weitere Informationen zum Thema "Wildbienen" möchte, kann sich mit dem NABU-Wiesloch unter nabu-wiesloch@nabu-wiesloch.de in Verbindung setzen.